Crufts 2011
We’ll be back!
Crufts 2010
Wir sind wieder da von unserem England-Trip und es war einfach fantastisch!!
Ich hatte ja irgendwie keine Vorstellung, wie es auf der Crufts zugeht und war einfach überwältigt. Einerseits von der reibungslosen und detaillierten Organisation, andererseits von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden.
Crufts ist wirklich ein Erlebnis und verrückt, was dort alles verkauft wird. Verteilt über fünf Hallen gibt es allen möglichen Kitsch und Hundezubehör ohne Ende zu kaufen. Wir haben viele ganz tolle Sachen und Erinnerungsstücke gekauft.
Los ging unsere Reise Donnerstag abends um 18 Uhr, angekommen sind wir um 9 Uhr englischer Zeit. Macht also 16 Stunden im Auto und das mit vier Leuten und zwei Hunden. Es war also ganz schön eng im Auto und eigentlich nur dank dem geliehenen Jetbag möglich. Lustig war es trotzdem, bis zum Tunnel habe ich es sogar durchgehalten ein wenig zu filmen (das meiste gehört zensiert
), was uns an der englischen Grenze fast ganz schönen Ärger eingebracht hätte. Ich schwöre aber hoch und heilig, dass ich die netten Angestellten und die freundliche Dame im Zollhäuschen nicht gefilmt habe…
Auf der Crufts war dann aber der gute Vorsatz vergessen, ich habe das Filmen vergessen und war nur noch am Staunen. Der Freitag stand ganz im Zeichen des Shoppings und ab und zu haben wir am Obedience-Ring vorbeigeschaut. Dort waren am Freitag die Dog Championships dran und Daumen haben wir natürlich für Guus und Gio gedrückt, Spicys großes Idol.
Tief beeindruckt war ich von der absolut liebevollen Dekoration der Benches, wo sich die Hunde am Tag ihres Starts aufhalten. Ich konnte mir immer noch nicht vorstellen, dass Indy am Sonntag auch dort sein dürfte.
Abends waren wir beim ‘Spicy Buffet’, sehr lecker und seeeeeeehr scharf. Es gab Gerichte aus allen Ländern, Hauptsache scharf zubereitet und zum Neutralisieren gab es nur ein bißchen Brot. Mit dem vollen Bauch und der wachsenden Anspannung schlief es sich natürlich schlecht… Das Bett im Hotel war ganz okay, aber es gab nur eine Bettdecke und die war, wie es in Hotels so üblich ist, mit einem rutschigen, ekligen, weißen Überzug ausgestattet.
Am Samstag sind wir morgens gemütlich aufgebrochen und haben den Tag fast ausschließlich am Obedience-Ring bei den Bitch Championships zugebracht. Die Leistungen waren wirklich einmalig und ich habe bei einigen Handlern richtig Gänsehaut bekommen. Zwischen lauter gut gelaunten Holländern (Trudy schreit wie verrückt, wenns sein muss
) verging der Tag wie im Fluge.
Sonntag wollten wir uns schon um 7.00 Uhr an den Benches treffen, also wirklich früh aufstehen, packen und los. Essen konnte ich natürlich fast den ganzen Tag nichts.

Der erste Schreck ereilte uns, als das Heft mit den letzten Informationen ausgeteilt wurde. Darin stand auch die Reihenfolge der Übungen – es sollte mit dem Directed Retrieve losgehen. Danach Heelwork, Sendaway & Recall, Distant Control und Retrieve over Hurdle.
Fleißig wurden noch die Glücksbringer und Glückwunschkarten ausgetauscht und wir wurden von wirklich vielen Leuten wahnsinnig herzlich begrüßt. Es war einfach ein tolles Gefühl und trotz der Aufregung und Nervosität konnte ich die Atmosphäre ein klein wenig geniessen. Indy und ich sollten die letzten Starter des Teams sein und so hatte ich alle Zeit, mir die schlimmsten und peinlichsten Szenarien auszumalen. Und wer Indy kennt, weiß dass wirklich viel passieren kann…
Das Warten zog sich wirklich ewig hin. Nach den ersten 12 Hunden wurde eine Viertel- und nach weiteren 12 Hunden sogar eine Dreiviertelstunde Pause gemacht.
Piper und Brianna haben ihre Aufgaben wirklich super gemacht und ich war ganz schön neidisch, als Eva und Susi mit einem dicken Strahlen im Gesicht aus dem Ring kamen.
Wieviel Uhr es letztlich war, als ich endlich Indy vorbereiten konnte, weiß ich gar nicht mehr genau. Angela hat mit uns noch ein wenig Heelwork gemacht und letzte Tipps gegeben. Mit ihrer ruhigen Art war das wirklich super und Indy war gut konzentriert und ruhig, als wir endlich dran waren. Vor dem Eingangsbogen musste der Handler die Nummer für das Apportel losen. Indy kann glücklicherweise alle drei gleich gut, so dass ich ganz ruhig an die Sache rangehen konnte. Gezogen habe ich Nummer 1, das linke Apportel, und in meinen Augen auch das Leichteste.
Zum Glück war Indy beim Betreten des Rings an der Leine, denn sie hatte gleich die Sendaway Marker entdeckt und schon geschaut.
Beim Ausrichten war sie noch ziemlich unruhig, hat auch zweimal kurz zum Sendaway geschaut und dann aber ganz, ganz toll das Apportel gebracht. Es gab große, weiße Plastikapportel und Indy hat einmal ganz leicht geknautscht.
Gleich ging es weiter zur Fußarbeit, mit Start auf einem großen Rechts- und dann Wechsel auf den Linkskreis. Optimal für Indy, um sie einzustimmen. Und sie hat sich wirklich total angestrengt! Ich musste die ganze Zeit grinsen, weil sie einfach so süß war und mich pausenlos von unten angelacht hat. Das Laufschema war zwar lang aber flüssig zu laufen. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Eine kleine Unstimmigkeit hatten wir beim Laufschritt Richtung Ausgang. Ich hatte das schon vorher geahnt, in solchen Situationen ist Indy einfach zu sehr mit dem Kopf beim ihrem Jackpot außerhalb des Rings und so gab es einen leichten Zusammenstoß im linken Winkel.
Nach der Fußarbeit war ich ziemlich entspannt, weil Indy absolut bei mir war. Auch beim Vorbereiten für den Sendaway gab es keine Probleme und Indy ist super zum Back Marker gelaufen. Leider hat sie vor lauter Begeisterung am Marker und wegen der heftigen Lautstärke in der Halle mein erstes Platz-Kommando nicht gehört. Beim Abrufen in die Fußarbeit war ich ein wenig unsicher, ob sie von der richtigen Seite kommt, aber Indy war einfach toll.
Bei der Distanzkontrolle dann noch einmal das gleiche Problem. Beim Abrufen hört sie mein erstes Kommando nicht deutlich genug, ist unsicher und macht vorsichtshalber Platz. Danach kommt sie schön rein, hört wieder mein Stopp-Kommando schlecht und rutscht im Platz noch ein Stück weiter. Die Positionswechsel waren dann aber wirklich schön.
Apport über die Hürde war super, ich hatte ein wenig Bedenken, zu weit an die Bande zu werfen, oder dass mich Indy zum Vorsitzen rammt. Alles nicht passiert und wir hatten nur einen kleinen Abzug für einmal leicht knautschen.
Und dann war es auch schon vorbei. So schnell können acht Minuten vergehen und ich war so froh, dass Indy ihre Aufgaben zuverlässig erledigt hat. So aufmerksam und bedacht alles richtig zu machen, ist sie wirklich selten. Vielleicht war es gut, dass sie schon recht müde war, vielleicht hat sie einfach gemerkt, dass es um mehr geht als sonst. Was in Indys kleiner Welt so ankommt weiß ja eh keiner.
Die Erleichterung und Freude sollte für mich nicht lange anhalten. Die nächste Übung war das Sit-Stay. Ohnehin schon die schwierigste Übung für Indy und somit auch für mich Nervenkitzel pur. Ich hatte zwar fleißig geübt, aber immer abends im Dunkeln. Ab und zu habe ich mal Spicy daneben gesetzt, aber ich glaube das zählt nicht.
Als ich die ganzen Starter einlaufen sah, wurde mir noch mulmiger. 36 Hunde im Ring, kein halber Meter Platz zwischen den Hunden und Indy musste auch noch auf der schwierigen Seite sitzen. Ich konnte sie zum Glück so platzieren, dass sie den Ausgang im Blick hatte. Und als wir wieder zurück kamen… saß Indy!!
Letzte Übung war dann das Scent. Ich war mir ganz sicher, dass Indy das richtige Tuch findet. Sie macht das mittlerweile absolut zuverlässig und richtig schön. Leider hatte sie ganz zum Schluß eine ihrer tollen Ideen und Indy wäre nicht Indy, wenn diese nicht sofort umgesetzt würde. Also hat sie versucht, sich um den Vorsitz rumzumogeln und wollte gleich in die Grundstellung. Das hat sie echt seit einem Jahr nicht mehr gemacht *seufz*
Aber damit kann ich gut leben, alles andere hat sie so toll gemacht und ich bin mehr als zufrieden. Nein, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, dass sie sich so anstrengt und unter solchen Bedingungen diese Leistung abliefert.
Danke, kleine Indy!!
Alles in allem war die Crufts wirklich ein tolles Erlebnis. Viel Geld, viele Nerven, viele Kilometer auf der Autobahn hat uns die Vorbereitung gekostet und viele Trainings-Stunden im Dunkeln bei -10° beschert.
Würde ich das englische Obedience nicht so sehr mögen, könnte ich sagen, es wäre den Aufwand nicht wert. Und hätten wir unsere holländischen Freunde nicht gehabt, wären wir sowieso nie auf der Crufts angekommen. An dieser Stelle bleibt mir wieder einmal nur der Dank an Angela, Trudy, Ivonne und Peter für ihre Geduld und ihr Engagement. Der Dank geht weiter an Monique, Mia und das ganze holländische Team, für ständig gute Laune und dass ihr uns so herzlich aufgenommen habt.
Unser Mammutprojekt
Schon seit 1,5 Jahren in Planung, so wird unser Traum 2010 endlich in Erfüllung gehen.
Wir nehmen als Team am Obedience World Cup teil und dürfen als erstes deutsches Team auf dem heiligen Teppich im Obedience-Ring auf der Crufts starten.
Mit im Team (von links nach rechts):
Susi Huber mit de risan Brianna ‘Brianna’
derisan.wordpress.com
Eva Hampe mit Dumf and Galwy Charismatic ‘Piper’
dumfandgalwy.wordpress.com
Dominique Ficek mit Begraceful Indiana of Goblin’s Fountain ‘Indy’
und
Andrea Stoelzle mit Slieve Djin ‘Djin’
fieldrunners.de
Ich glaube, wir haben ein sehr nettes Team. Vielleicht sind es nicht die allerbesten deutschen Hunde, aber uns allen liegt viel am englischen Obedience, wir trainieren mit ganzem Herzen und stehen hinter der Sache.
Schon letztes Jahr überlegten wir, dass wir gerne auf der Crufts starten würden, bekamen aber erst ziemlich spät ein Team zusammen. Natürlich wollten wir nur gut vorbereitet nach England fahren, so verschob sich unser Start auf 2010.
Mit der Unterstützung von Angela Kroon, Trudy Groenenboom, Ivonne van der Meer und Peter van de Velde konnten wir uns für die Crufts anmelden. Sie standen und stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Auf dem Seminar im Juni, das Andrea organisierte, konnten wir uns schon einige Ideen für den Aufbau der Übungen holen und im November haben uns Trudy und Angela zu einem Trainingswochenende nach Holland eingeladen.
Am Samstag haben wir in der Nähe von Rotterdam an einer Prüfung nach dem englischen Reglement teilgenommen, was für uns schon eine Umstellung bedeutete, da nur englisch gesprochen wird.
Hier gibt es die Ergebnisse:http://www.obedience.nl/Uitslagen/U091121.html
Und hier die Bilder von den Teams: http://www.obedience.nl/Foto’s/2009-11-21/index.html
Am Sonntag bekamen wir vier dann Privattraining von Trudy und Angela in einer kleinen Trainingshalle. Es war einfach fantastisch! Wir konnten alles fragen, haben organisatorische Sachen geklärt und alle Übungen durchgearbeitet. Der Tag ging einfach viel zu schnell vorbei, aber ich habe ganz viele Ideen für mein weiteres Training mit Indy mitgenommen.
Hier die einzelnen Übungen, die die Hunde auf der Crufts zeigen müssen (keine festgelegte Reihenfolge):
- Heelwork: wer englisches Heelwork kennt, weiß wie es aussehen soll; es wird besonderen Wert auf einen freudigen, motivierten Hund gelegt. Die Hand des Hundeführers wird in fester Position am Körper getragen (hach, es sieht einfach sooooo elegant aus)
Außer den normalen Winkeln, Wendungen und dem Slalom gibt es noch dreiviertel Turns, 360° Turns und Kreise. Es wird Normal-, Lauf- und Langsamschritt verlangt. - Retrieve a dumbbell over hurdle: Das Apportel wird vom Veranstalter gestellt. Hunde ab ca. 43cm Schulterhöhe springen 60cm Höhe. Der Hund muss Vorsitzen.
- Directed retrieve: Drei gleiche Apportel werden in einer Linie (Abstand ca. 2m) ausgelegt, Hund und Handler stehen in einer Distanz von ca. 6m während dem Auslegen mit dem Rücken zum Steward. Der Richter bestimmt, welches Apportel gebracht werden soll, auch das Mittlere ist möglich. Hund und Handler drehen sich um, der Hund muss da gewünschte Apportel bringen und im Vorsitz präsentieren.
- Distance control: Der Hund wird in der Sitz-Position verlassen, der Handler entfernt sich mindestens 20m vom Hund. Auf ein Zeichen wird der Hund gerufen und etwa in der Hälfte der Strecke, an gekennzeichnetem Punkt, angehalten. Die Stop-Position kann entweder Steh, Sitz oder Platz sein. Es folgen vier Positionswechsel und schließlich holt der Handler seinen Hund an der Position ab.
- Sendaway and recall: Hund und Handler nehmen an der angewiesenen Stelle die Grundstellung ein. Auf Steward-Anweisung wird der Hund etwa 25m vorangeschickt. Das Ziel ist gekennzeichnet, jedoch vorher nicht bekannt wie. Es kann ein Viereck sein, meist hat es jedoch die Form eines Dreiecks; zwei Front und ein Back Marker. Der Hund muss in diesem Fall so nah wie möglich am Back Marker gestoppt werden. Die Position, Sitz oder Platz, ist dem Handler überlassen. Auf Steward-Anweisung läuft der Handler ein paar Winkel, ruft auf Kommando seinen Hund in die Fußposition und setzt das Heelwork fort.
- Scent discrimination: Der Handler bekommt ein weißes Baumwoll-Tuch, das er zwischen den Händen reiben darf, damit dieses den Geruch annimmt. Hund und Handler stehen mit dem Rücken zum Steward während dieser die Tücher auslegt. Nach dem Umdrehen darf der Handler dem Hund noch einmal den Geruch geben, dies darf nur über die Hände geschehen. Der Hund wird zu den Tüchern geschickt, es gibt kein Zeitlimit für das Absuchen.
- 2 Minutes Sit Stay: Alle auf der Crufts startenden Hunde absolvieren die Prüfung gleichzeitig, die Handler verlassen den Ring außer Sicht.
Indy macht alle Übungen schon sehr schön und auch zuverlässig, ich bin wirklich überrascht!
An mir muss ich noch ganz viel arbeiten, damit so wenig Punktverlust wie möglich auf mein Konto geht und wir einen professionellen Eindruck machen. Auch hier haben wir in Holland viele Tipps bekommen und ich werde jetzt bei jeder Übungseinheit nicht nur meinen Hund, sondern auch mich trainieren.
Und bis nächstes Frühjahr heisst es im Training sowieso nur noch: “Handler, are you ready?”



Na dann wünsche ich euch weiterhin viel Spaß bei der spannenden Vorbereitung und natürlich auch ganz viel Glück und Erfolg auf der Crufts!
Liebe Grüße
Petra
Von: Petra am 29. November 2009
um 13:29
Hallo!
Bin ein großer Obedience Fan und habe auch selbst schon bis zum Level 3 gearbeitet, aber mein Wuff ist jetzt in Pension. Allerdings wohne ich in England und würde unheimlich gerne auf der Crufts die Obedience-Competition ansehen. Wissen Sie, wann an den 4 Tagen der Crufts ich die besten Chancen hätte?
Herzlichen Dank und die Daumen sind gedrückt!
Von: Edith am 16. Januar 2010
um 15:21
Hallo Edith,
Obedience findet an allen vier Tagen statt.
Sehr spannend sind natürlich die Obedience
Championships (Freitag und Samstag), wo
man die besten Hundeführer der Welt bestaunen
kann. Einen genauen Zeitplan findet man hier:
http://www.crufts.org.uk/
Herzliche Grüße
Susi
Von: derisan am 22. Januar 2010
um 11:25